Lieferdienst der besonderen Art: In den USA liefern Food-Trucks Mittagsmenüs von Sterneküchen

by Nadja on September 17, 2010

In den USA gibt es seit Jahrzehnten Lieferdienste für Speisen und Lebensmittel. Ursprünglich war der Bringdienst von Essen und Menus für behinderte und kranke Menschen eingerichtet worden. Mittlerweile werden Lieferservices aber von allen gerne genutzt.

Gourmet-Menus statt Fast Food

In den USA haben Restaurantchefs und Sterneküche nun eine neue Geschäftsidee entwickelt. In den Metropolen New York, Los Angeles, San Francisco, Seattle und Austin wird mit sogenannten Food-Trucks wird hochwertiges Essen ausgeliefert. Mit diesem Konzept reagieren die Restaurantchefs auf die Wirtschaftskrise, die im Gastronomiebereich zu Einbußen geführt hat.
Der Umsatz von Restaurants sei teilweise um 20-25% zurückgegangen.
Der mobile Lieferdienst der Food-Trucks liefert Essen für Gourmets zum Lunch aus und macht damit der Imbiss- und Fast-Food-Kultur Konkurrenz. Die Food-Trucks liefern nämlich keine Fritten, Burger oder Taccos, sondern delikate Sterne-Küche. Zum Angebot des neuartigen Lieferdienstes gehören raffinierte Köstlichkeiten von höchster Qualität, oft werden Bio-Produkte verwendet. Geliefert werden delikaten Speisen und Gerichten -von raffinierten Fleisch- und Fischgerichten bis Creme Brûlée.

Die Kunden gehören zur digitalen Generation

Die Kunden der Food-Trucks sind nicht, wie man meinen könnte Arbeiter, Arbeitslose oder Geringverdiener, sondern die digitale Generation: Gutverdiener und Geschäftsleute mit iPhone und Notebook. Der Standort des noblen Food-Lieferdienstes wird stets ganz kurzfristig über Twitter mitgeteilt.
Qualität hat bekanntlich ihren Preis. Das Gourmet-Essen vom Laster kostet unter 10 €. Das ist zwar mehr, als man beim Imbiss ausgibt, aber deutlich weniger, als der Kunde sonst fürs Lunch im Restaurant zahlt. Das freut die Businessleute und Banker, die das Geld nicht mehr so locker sitzen haben und auf ein gutes Mittagessen ungern verzichten möchten.

Besser essen ist das Ziel- jedenfalls aus Sicht der Betreiber. Für die Kunden scheint der Food-Truck nicht nur wegen des guten Essens beliebt zu sein, sondern wegen des In-Faktors. Die Food-Trucks sind zum Event für die digital-vernetzte Generation geworden. Dabei sein ist alles. Wer nicht weiß, wo der Foodtruck steht, gehört nicht zu den Trendsettern…!

Konkurrenz und Bürokratie sind gegen die Food-Trucks

Der Gourmet-Lieferservice hält die Kosten so niedrig wie möglich, damit die Rechnung auch aufgeht. Ein Ladenlokal in New York City ist mit einem Quadratmeterpreis von umgerechnet mehr als 2000 Euro für Restaurantbetreiber oft wenig erschwinglich oder buchstäblich unbezahlbar! Einen Food-Truck bekommt man hingegen schon für rund 100.000 Euro.
Der Konkurrenz sind die Trucks natürlich ein Dorn im Auge. Je nachdem, wo der Food-Truck sich hält, ist das Geschäft für die umliegenden Imbisse und Restaurants oft gelaufen! Und auch die Bürokratie in den Städten lässt das Essens-Mobil nicht überall parken.

Mobiles Essen hat eine jahrhundertealte Tradition

Die Wurzeln des mobilen Essens liegen in Asien. Sogenannte schwimmende Märkte und Garküchen gibt es in Thailand und Asien bereits seit Jahrhunderten. Heute gibt es Lieferdienste nicht nur in Industrieländern, sondern auch in Indien, Japan, Thailand oderAfrika, wo Essen in Karren transportiert wird.

Lieferdienste für Essen sind bekanntlich auch längst in Deutschland angekommen, allerdings nicht so ausgeprägt, wie in den USA.
Ob der Trend des mobilen Essensservice der Food-Trucks in Zukunft auch zu uns nach Deutschland schwappt, wird die Zukunft zeigen.

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